Durchfall
Durchfall (Diarrhö) zeichnet sich durch ungewöhnlich weichen, flüssigen oder häufigen Stuhlgang aus (in der Regel dreimal oder öfter am Tag). Er entsteht, wenn der Darm nicht genügend Flüssigkeit aufnimmt oder zu viel davon abgibt, wodurch der Stuhl den Verdauungstrakt schneller passiert. Durchfall ist ein sehr häufiges Symptom, das akut (einige Tage anhaltend) oder chronisch (über mehrere Wochen anhaltend) sein kann. Die meisten akuten Fälle resultieren aus vorübergehenden viralen, bakteriellen oder parasitären Infektionen sowie aus Ernährungsfehlern. Chronischer Durchfall kann hingegen auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder ein Reizdarmsyndrom hinweisen. Das Hauptrisiko im Zusammenhang mit Durchfall is die Dehydrierung, weshalb die Überwachung der Flüssigkeitszufuhr von zentraler Bedeutung ist.
Wie sich das Symptom äußert:
Durchfall äußert sich durch flüssigen Stuhlgang, der oft von einem plötzlichen, teils zwingenden Stuhldrang begleitet wird. Ihm gehen häufig Krämpfe, Blähungen oder lautes Magen-Darm-Grummeln im Unterbauch voraus oder sie treten begleitend auf. Zudem können leichte Übelkeit, das Gefühl einer unvollständigen Entleerung und allgemeine Schwäche auftreten. Ist eine Infektion die Ursache, können leichtes Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen hinzukommen.
Mögliche häufige Ursachen
Virale oder bakterielle Infektion (Gastroenteritis)
Krankheitserreger aus verunreinigten Lebensmitteln oder Wasser oder enger Kontakt mit einer infizierten Person befallen die Darmschleimhaut. Dies stört die normale Wasseraufnahme und führt zu einer übermäßigen Sekretion von Flüssigkeiten.
Möglich, wenn der Durchfall plötzlich einsetzt, wässrig ist und von Magenkrämpfen, leichtem Fieber oder Übelkeit begleitet wird.
Trinken Sie reichlich elektrolythaltige Flüssigkeiten. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn der Durchfall bei Erwachsenen länger als zwei Tage anhält oder Anzeichen einer Dehydrierung auftreten.
Ernährungsbedingte Auslöser oder Unverträglichkeiten
Die Unfähigkeit, bestimmte Substanzen richtig zu verdauen – wie Laktose (Milchzucker) oder künstliche Süßungsmittel (Sorbit) –, zieht Wasser in den Darm. Auch der Verzehr von sehr scharfen oder fettigen Speisen kann dies verursachen.
Möglich, wenn weicher Stuhl innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel (wie Milchprodukte oder zuckerfreie Bonbons) auftritt und aufhört, sobald diese Lebensmittel vermieden werden.
Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um Auslöser zu identifizieren und zu meiden. Konsultieren Sie einen Arzt oder Ernährungsberater, wenn die Symptome anhalten oder Ihre Ernährung stark einschränken.
Medikamentennebenwirkungen
Bestimmte Medikamente, insbesondere Antibiotika, können das natürliche Gleichgewicht der Darmflora stören. Dadurch können sich schädliche Bakterien vermehren oder die Darmmotilität wird verändert.
Möglich, wenn der Durchfall einige Tage nach Beginn einer neuen medikamentösen Behandlung, insbesondere einer Antibiotikatherapie, einsetzt.
Setzen Sie ein verschriebenes Medikament niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. Dieser kann Ihnen gegebenenfalls Anpassungen oder Probiotika empfehlen.
Notfall-Warnsignale
Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, suchen Sie bitte sofort die nächste Notaufnahme auf oder rufen Sie den Rettungsdienst unter 112 an:
- Durchfall mit Blut oder Eiter oder teerartiger, schwarzer Stuhlgang
- Durchfall in Verbindung mit hohem Fieber (über 38,9 °C)
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die sich nach dem Stuhlgang nicht bessern
- Anzeichen einer schweren Dehydrierung: extremer Durst, trockener Mund, seltener oder ausbleibender Urinfluss, dunkler Urin, Verwirrtheit oder Schwindel
- Durchfall, der sich nach 48 Stunden (bei Kindern nach 24 Stunden) nicht bessert
- Durchfall bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Vorerkrankungen
Tipps zur Selbstbeobachtung und Dokumentation
- Notieren Sie Häufigkeit, Konsistenz und Farbe Ihres Stuhls.
- Überwachen Sie Ihre Flüssigkeitszufuhr: Notieren Sie die Trinkmenge und die Häufigkeit des Urinierens.
- Dokumentieren Sie das Auftreten von Fieber, Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl.
- Führen Sie eine Liste der Lebensmittel, Getränke und Medikamente, die Sie in den 24 Stunden vor Beginn der Symptome zu sich genommen haben.
Fragen für das Gespräch mit Ihrem Arzt
- Wie oft am Tag haben Sie weichen Stuhl und wie sieht dieser aus?
- Sind Sie kürzlich ins Ausland gereist, haben Sie rohe oder ungenügend gekochte Lebensmittel verzehrt oder hatten Sie Kontakt zu Personen mit ähnlichen Symptomen?
- Haben Sie kürzlich Antibiotika eingenommen oder eine neue medikamentöse Behandlung begonnen?
Häufig gestellte Fragen
Antibiotika bekämpfen die für Infektionen verantwortlichen Bakterien, zerstören dabei aber auch nützliche Bakterien in Ihrem Darm. Dieses Ungleichgewicht der Darmflora beeinträchtigt die Verdauung, verringert die Wasseraufnahme und ermöglicht es opportunistischen Bakterien wie Clostridioides difficile, sich zu vermehren und Durchfall auszulösen.
Die BRAT-Diät steht im Englischen für Bananas (Bananen), Rice (Reis), Applesauce (Apfelmus) und Toast (Toastbrot). Dies sind Schonkost-Lebensmittel, die ballaststoffarm und leicht verdaulich sind. Obwohl sie kurzzeitig den Magen schonen können, empfehlen Fachleute heute, so bald wie möglich wieder zu einer normalen, ausgewogenen Ernährung überzugehen, da die BRAT-Diät nicht genügend Nährstoffe, Proteine und Fette enthält, um die Heilung optimal zu unterstützen.
Bevorzugen Sie Getränke, die Wasser, Salze und einfache Zucker enthalten, wie orale Elektrolytlösungen (ORS), klare Brühen oder verdünnte Säfte. Vermeiden Sie es, nur reines Wasser in großen Mengen zu trinken, da dies den Elektrolytverlust nicht ausgleicht. Meiden Sie zudem Kaffee, Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke, da diese den Durchfall verschlimmern können.