Medizinischer Sicherheitshinweis: Dieser informative Ratgeber dient ausschließlich Aufklärungszwecken. Er ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen stets an eine qualifizierte ärztliche Fachkraft. Rufen Sie bei akuten Beschwerden oder Notfällen sofort den Rettungsdienst.

Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen (Otalgie) sind ein häufiges Symptom, das ein oder beide Ohren betreffen kann. Sie können direkt von den Strukturen des Ohrs ausgehen (primäre Otalgie), wie dem Trommelfell, dem Gehörgang oder dem Mittelohr, oder als fortgeleiteter Schmerz aus anderen Regionen stammen (sekundäre Otalgie), wie dem Kiefer, den Zähnen, dem Rachen oder den Nasennebenhöhlen. Obwohl sie besonders häufig bei Kindern auftreten, sind auch Erwachsene oft betroffen. Der Schmerz kann dumpf, pulsierend, stechend oder schneidend sein. Die Ursache zu finden ist wichtig, da unbehandelte Entzündungen das Gehör schädigen können.

Wie sich das Symptom äußert:

Der Schmerz kann sich als dumpfes, tiefes Stechen im Ohr äußern oder als plötzlicher, stechender Schmerz, wenn Sie am Ohrläppchen ziehen oder auf den Knorpel vor dem Gehörgang (Tragus) drücken. Sie können ein Gefühl von Druck oder Verstopfung im Ohr, Hörverlust, Ohrgeräusche (Tinnitus) verspüren oder den Austritt von Flüssigkeit, Eiter oder Blut bemerken. Bei fortgeleitetem Schmerz können sich die Beschwerden beim Schlucken oder Kauen verstärken.

Mögliche häufige Ursachen

Gehörgangsentzündung (Otitis externa / Badeotitis)

Infektion der Haut des äußeren Gehörgangs, häufig durch stehendes Wasser nach dem Schwimmen begünstigt, das ein feuchtes Milieu für Bakterien schafft. Auch die Verwendung von Wattestäbchen kann die Haut reizen und die Infektion auslösen.

Warum es zu Ihren Symptomen passt:

Möglich, wenn der Gehörgang rot, geschwollen und bei Druck schmerzhaft ist und Sie Juckreiz oder einen klaren bis gelblichen Ausfluss bemerken.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten:

Suchen Sie einen Arzt auf. Eine Gehörgangsentzündung erfordert meist verschreibungspflichtige antibiotische oder entzündungshemmende Ohrentropfen. Führen Sie keine Gegenstände in den Gehörgang ein.

Tubenbelüftungsstörung (Druckgefühl oder Stauung)

Der kleine Kanal (Ohrtrompete), der das Mittelohr mit dem Rachenraum verbindet, verstopft oder schwillt bei einer Erkältung oder Allergie an, was den Druckausgleich behindert.

Warum es zu Ihren Symptomen passt:

Möglich, wenn Sie Druck, Knacken im Ohr oder gedämpftes Hören verspüren, begleitet von einer Erkältung oder verstopften Nase.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten:

Führen Sie Dampfinhalationen durch. Der vorübergehende Einsatz von abschwellenden Nasensprays kann helfen. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das Gefühl des verstopften Ohrs länger als zwei Wochen anhält.

Kiefergelenksbeschwerden (CMD)

Entzündung oder Funktionsstörung des Kiefergelenks direkt vor dem Gehörgang, was zu Schmerzen führt, die in das Ohr ausstrahlen.

Warum es zu Ihren Symptomen passt:

Möglich, wenn der Schmerz dumpf ist, beim Kauen oder Sprechen zunimmt und von Knacken im Kiefer oder Gelenksteifigkeit begleitet wird.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten:

Wenden Sie Wärme oder Kälte auf dem Kiefer an, bevorzugen Sie weiche Speisen und vermeiden Sie Zähneknirschen. Suchen Sie einen Zahnarzt oder Arzt auf, wenn die Schmerzen anhalten.

Notfall-Warnsignale

Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, suchen Sie bitte sofort die nächste Notaufnahme auf oder rufen Sie den Rettungsdienst unter 112 an:

  • Ohrenschmerzen in Verbindung mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen oder Nackensteifigkeit
  • Schwellung, Rötung oder starke Druckschmerzhaftigkeit des Knochens hinter dem Ohrläppchen (Verdacht auf Mastoiditis)
  • Plötzlicher und ausgeprägter Hörverlust, schwerer Schwindel oder das Gefühl, dass sich der Raum dreht
  • Austritt von Blut oder dickem, übelriechendem Eiter aus dem Gehörgang
  • Erschlaffung oder Schwäche der Gesichtsmuskulatur auf einer Seite (Gesichtslähmung)
  • Schmerzen nach dem Tauchen, einem extrem lauten Knall oder einem Schädel-Hirn-Trauma

Tipps zur Selbstbeobachtung und Dokumentation

  • Geben Sie an, ob der Schmerz ein oder beide Ohren betrifft und ob er dauerhaft oder zeitweise auftritt.
  • Notieren Sie, ob der Schmerz beim Berühren des Außenohrs, beim Schlucken oder beim Kauen zunimmt.
  • Erfassen Sie das Vorhandensein von Fieber, verstopfter Nase, Kieferknacken oder Ohrenausfluss.
  • Vermerken Sie kürzliche Ereignisse: Schwimmen, Flugreisen, Tauchen, Erkältung oder Verwendung von Wattestäbchen.

Fragen für das Gespräch mit Ihrem Arzt

  • Traten die Schmerzen nach dem Schwimmen, einer Flugreise oder der Verwendung von Wattestäbchen auf?
  • Haben Sie Ausfluss aus dem Ohr, Hörverlust oder Schwindelgefühle?
  • Ihr Kiefer knackt oder schmerzt, wenn Sie den Mund weit öffnen?

Häufig gestellte Fragen

Der Gehörgang reinigt sich von selbst. Die Verwendung von Wattestäbchen schiebt das Ohrenschmalz tiefer in Richtung Trommelfell, was die Bildung von Pfropfen begünstigt. Zudem ist die Haut im Gehörgang sehr dünn und empfindlich; Verletzungen können leicht zu einer Gehörgangsentzündung führen. Schlimmstenfalls kann eine unbedachte Bewegung das Trommelfell verletzen.

Ja. Der Rachen und das Ohr teilen sich gemeinsame Nervenbahnen (Nervus glossopharyngeus und Nervus vagus). Eine Entzündung im Rachen, eine Mandelentzündung oder Zahnprobleme können vom Gehirn fälschlicherweise als Schmerz im Ohr wahrgenommen werden. Dies nennt man fortgeleiteten Ohrenschmerz (Otalgie).

Sicherheitshinweise & Haftungsausschluss

Dieser Eintrag über Ohrenschmerzen dient ausschließlich zur Information und Orientierung. Er stellt keine medizinische Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Besprechen Sie Ihre Symptome stets mit einer qualifizierten ärztlichen Fachkraft. Rufen Sie in Notfällen immer sofort den Rettungsdienst unter 112 an.