Fieber
Fieber ist eine vorübergehende Erhöhung der Körperkerntemperatur, in der Regel über 38 °C (100,4 °F). Es ist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine gesunde Abwehrreaktion des Immunsystems auf Infektionen, Entzündungen oder Gewebeschäden. Obwohl Fieber die Bekämpfung von Krankheitserregern unterstützt, erfordert sehr hohes oder anhaltendes Fieber eine ärztliche Abklärung, um die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln.
Wie sich das Symptom äußert:
Fieber beginnt oft mit Schüttelfrost, Zittern und Kältegefühl, da der interne Thermostat des Körpers auf eine höhere Temperatur eingestellt wird. Im weiteren Verlauf spürt man Hitze auf der Haut, Schwitzen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen im ganzen Körper, allgemeine Schwäche und Anzeichen von Flüssigkeitsmangel (starken Durst).
Mögliche häufige Ursachen
Virale Infektion (Grippe, Erkältung, COVID-19)
Viren im Körper veranlassen Immunzellen zur Ausschüttung von Pyrogenen (fieberauslösenden Stoffen), die im Gehirn (Hypothalamus) die Solltemperatur erhöhen, um die Virusvermehrung zu hemmen.
Das Fieber geht mit Schnupfen, Halsschmerzen, trockenem Husten, Gliederschmerzen und ausgeprägter Müdigkeit einher.
Ruhen Sie sich aus, trinken Sie ausreichend und beobachten Sie Ihre Symptome. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das Fieber länger als 3 Tage anhält.
Bakterielle Infektion (Harnwegsinfekt, Mandelentzündung)
Durch Bakterien verursachte Infektionen lösen eine starke, oft lokale Entzündungs- und Immunreaktion im Körper aus.
Das Fieber wird von lokalen Beschwerden begleitet, wie starkem Brennen beim Wasserlassen oder weißen Belägen auf den Mandeln mit starken Halsschmerzen.
Suchen Sie zeitnah einen Arzt auf. Bei Bestätigung einer bakteriellen Infektion kann eine gezielte Antibiotikatherapie erforderlich sein.
Entzündliche oder Autoimmunerkrankungen
Chronische Erkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift und anhaltende Entzündungen verursacht, die die Körpertemperatur erhöhen.
Wiederkehrendes Fieber oder Fieber unklarer Ursache, begleitet von Gelenkschmerzen, Hautausschlägen oder chronischer Erschöpfung ohne Anzeichen einer akuten Infektion.
Konsultieren Sie einen Hausarzt oder Rheumatologen für Blutuntersuchungen (Entzündungswerte, Autoantikörper).
Notfall-Warnsignale
Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, suchen Sie bitte sofort die nächste Notaufnahme auf oder rufen Sie den Rettungsdienst unter 112 an:
- Fieber über 40 °C (104 °F), das trotz fiebersenkender Medikamente nicht sinkt
- Fieber in Verbindung mit Nackensteifigkeit, starken Kopfschmerzen und ausgeprägter Lichtempfindlichkeit
- Fieber begleitet von Atemnot, Brustschmerzen oder plötzlicher Verwirrtheit
- Auftreten von roten oder violetten Hautflecken, die bei Druck (z. B. mit einem Glas) nicht verblassen (Verdacht auf Purpura/Sepsis)
- Jegliches Fieber über 38 °C (100,4 °F) bei einem Säugling unter 3 Monaten – suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf
Tipps zur Selbstbeobachtung und Dokumentation
- Messen Sie Ihre Temperatur regelmäßig mit einem Thermometer (morgens und abends).
- Notieren Einnahmezeitpunkt und Dosis von fiebersenkenden Medikamenten (z. B. Paracetamol, Ibuprofen).
- Dokumentieren Sie Begleitsymptome (z. B. Husten, Schmerzen beim Wasserlassen, Hautausschlag).
- Überwachen Sie Ihre Trinkmenge, um einer Dehydrierung vorzubeugen.
Fragen für das Gespräch mit Ihrem Arzt
- Was war die höchste gemessene Temperatur und mit welcher Methode haben Sie gemessen?
- Besteht das Fieber seit mehr als 3 Tagen durchgehend oder tritt es schubweise auf?
- Hatten Sie kontakt zu erkrankten Personen oder waren Sie kürzlich im Ausland?
Häufig gestellte Fragen
Eine Körpertemperatur von 38,0 °C (100,4 °F) oder höher gilt als Fieber. Werte zwischen 37,3 °C und 37,9 °C werden als erhöhte Temperatur bezeichnet, was oft durch körperliche Aktivität oder warme Umgebung bedingt sein kann.
Ja. Ein kaltes Bad kann Schüttelfrost auslösen, was die Körperkerntemperatur paradoxerweise weiter ansteigen lässt. Um die Haut sicher abzukühlen, werden lauwarme Wadenwickel oder feuchte Umschläge empfohlen, stets in Kombination mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr.