Handgelenkschmerzen
Handgelenkschmerzen sind ein häufiges muskel-skelettales Symptom, das von leichten Überlastungsbeschwerden bis hin zu starken Schmerzen nach Verletzungen reichen kann. Das Handgelenk ist eine komplexe Struktur aus acht Handwurzelknochen, Sehnen, Bändern und Nerven. Schmerzen können durch repetitive Belastung (z. B. Tastaturarbeit), plötzliche Traumata (z. B. Sturz auf die Hand) oder entzündliche Gelenkerkrankungen entstehen. Das Erkennen von Warnsignalen hilft bei der sicheren Einordnung.
Wie sich das Symptom äußert:
Die Schmerzen können sich als dumpfes Ziehen, pochender Schmerz oder als stechender Schmerz bei Bewegung äußern. Häufig treten auch Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Fingern (insbesondere Daumen, Zeige- und Mittelfinger) auf.
Mögliche häufige Ursachen
Karpaltunnelsyndrom
Kompression des Mittelnervs (Nervus medianus) im Karpaltunnel des Handgelenks, häufig verursacht durch Anschwellen des Gewebes bei repetitiver Belastung oder hormonellen Veränderungen.
Die Schmerzen werden von Kribbeln, Taubheitsgefühl oder „Einschlafen“ der Finger (vor allem Daumen, Zeige- und Mittelfinger) begleitet und verschlimmern sich typischerweise nachts.
Tragen Sie nachts eine Handgelenksschiene, um das Abknicken zu verhindern. Machen Sie Dehnungsübungen. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn die Taubheit anhält.
Sehnenentzündung (Tendinitis)
Entzündung oder Reizung der Sehnen oder Sehnenscheiden des Handgelenks durch chronische Überlastung, z. B. durch intensives Schreiben auf der Tastatur oder Sport.
Der Schmerz tritt bei bestimmten Bewegungen auf, das Gelenk ist druckempfindlich und es kann ein leichtes Knirschen (Sehnenreiben) spürbar sein.
Kühlen Sie die Stelle. Gönnen Sie dem Gelenk Ruhe und nutzen Sie eine Stützbandage. Suchen Sie einen Arzt oder Physiotherapeuten auf, wenn keine Besserung eintritt.
Verstauchung (Distorsion) oder Fraktur
Zerrung oder Riss von Bändern, oder ein Knochenbruch der Handwurzelknochen (z. B. Kahnbein) bzw. der Speiche nach einem Sturz auf die Hand.
Die Schmerzen traten unmittelbar nach einem Sturz oder Aufprall auf, begleitet von einer schnellen Schwellung, Bluterguss und ausgeprägtem Bewegungsschmerz.
Wenden Sie das PECH-Schema an (Pause, Eis, Compression, Hochlagern). Suchen Sie zeitnah einen Arzt für ein Röntgenbild auf, um Brüche sicher auszuschließen.
Notfall-Warnsignale
Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, suchen Sie bitte sofort die nächste Notaufnahme auf oder rufen Sie den Rettungsdienst unter 112 an:
- Starke Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall mit sichtbarer Fehlstellung des Handgelenks
- Unfähigkeit, das Handgelenk, die Hand oder die Finger zu bewegen, oder vollständiger Gefühlsverlust
- Schwellung begleitet von blasser, kalter oder bläulich verfärbter Haut an den Fingern
- Starke Rötung, Hitzegefühl und Fieber (Verdacht auf eitrige Gelenkentzündung)
- Schmerzen im Handgelenk, die von Engegefühl in der Brust oder Atemnot begleitet werden
Tipps zur Selbstbeobachtung und Dokumentation
- Notieren Sie, wann der Schmerz begann und ob ein Sturz oder Unfall vorausging.
- Dokumentieren Sie, ob die Schmerzen nachts zunehmen oder in die Finger ausstrahlen.
- Erfassen Sie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder eine abnehmende Greifkraft.
- Halten Sie fest, ob das Ruhigstellen (z. B. mit einer Schiene) oder Kühlen den Schmerz lindert.
Fragen für das Gespräch mit Ihrem Arzt
- Sind die Schmerzen nach einem Sturz oder einer plötzlichen Verdrehung aufgetreten?
- Haben Sie Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Daumen, Zeige- oder Mittelfinger?
- Führen Sie im Beruf oder Alltag häufig sich wiederholende Handbewegungen aus?
Häufig gestellte Fragen
Das Tragen einer speziellen Handgelenksschiene in der Nacht kann das Handgelenk gerade halten und den Druck auf den eingeklemmten Nerv verringern. Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz sind ebenfalls ratsam.
Suchen Sie zeitnah einen Arzt auf, wenn das Handgelenk nach einem Sturz stark anschwillt, blau anläuft, eine Fehlstellung sichtbar ist oder Sie Ihre Finger nicht mehr bewegen können. Eine Röntgenuntersuchung ist zum Ausschluss eines Knochenbruchs unerlässlich.