Tinnitus
Tinnitus bezeichnet die Wahrnehmung von Geräuschen in einem oder beiden Ohren, ohne dass eine äußere Schallquelle vorliegt. Es handelt sich dabei um ein Symptom und keine eigenständige Krankheit. Tinnitus kann sich als Klingeln, Summen, Pfeifen, Rauschen oder Zischen äußern. Häufig liegt die Ursache in einem Lärmtrauma, altersbedingtem Hörverlust, Ohrschmalzpfropfen oder der Einnahme bestimmter Medikamente. Ein pulssynchroner Tinnitus oder einseitiger Hörverlust erfordern eine gezielte ärztliche Abklärung.
Wie sich das Symptom äußert:
Betroffene hören subjektive Töne oder Geräusche im Ohr oder im Kopf, die konstant oder zeitweise auftreten können. Dies kann ein hoher Pfeifton, ein Rauschen oder ein rhythmisches Klopfen sein, das synchron zum Herzschlag verläuft (pulsatiler Tinnitus) und besonders in leisen Umgebungen stört.
Mögliche häufige Ursachen
Lärmbedingter Hörschaden
Schädigung der empfindlichen Sinneszellen (Haarzellen) im Innenohr durch die Einwirkung von Knalltraumen, lauten Maschinen oder dauerhaft hoher Lautstärke über Kopfhörer.
Das Klingeln oder Summen tritt nach dem Besuch eines lauten Konzerts auf oder Sie arbeiten dauerhaft in einer lauten Betriebsstätte.
Schützen Sie Ihre Ohren konsequent vor Lärm. Suchen Sie einen HNO-Arzt auf, wenn die Geräusche länger als 24 Stunden anhalten oder das Gehör beeinträchtigt ist.
Ohrschmalzpfropfen (Cerumen obturans)
Verstopfung des äußeren Gehörgangs durch gehärtetes Ohrschmalz, was zu einer Schallleitungsstörung und einer verstärkten Wahrnehmung von Körpergeräuschen führt.
Die Ohrgeräusche gehen mit einem dumpfen Druckgefühl im Ohr, einer leichten Hörminderung oder einem juckenden Gefühl im Gehörgang einher.
Verwenden Sie keine Wattestäbchen, da diese den Pfropfen tiefer schieben. Lassen Sie das Ohrschmalz schmerzfrei von einem Arzt ausspülen oder absaugen.
Medikamenten-induzierte Ototoxizität
Chemische Schädigung des Innenohrs durch bestimmte Arzneimittel, die in hohen Dosen eingenommen werden (z. B. hohe Dosen Acetylsalicylsäure, bestimmte Antibiotika oder Entwässerungsmittel).
Das Ohrgeräusch ist neu, beidseitig und trat kurz nach dem Beginn einer neuen, hochdosierten medikamentösen Therapie auf.
Konsultieren Sie Ihren behandelnden Arzt, um die Dosis anzupassen oder auf ein anderes Medikament umzustellen. Setzen Sie verschriebene Mittel nie eigenmächtig ab.
Notfall-Warnsignale
Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, suchen Sie bitte sofort die nächste Notaufnahme auf oder rufen Sie den Rettungsdienst unter 112 an:
- Plötzlich auftretender, einseitiger Tinnitus, insbesondere in Verbindung mit akutem Hörverlust (Verdacht auf Hörsturz)
- Ohrgeräusche begleitet von Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Gangunsicherheit
- Pulssynchroner Tinnitus, der im Rhythmus des Herzschlags klopft oder rauscht
- Tinnitus in Verbindung mit Taubheitsgefühlen oder einer Lähmung im Gesichtsbereich
- Ohrgeräusche nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma oder Sturz
Tipps zur Selbstbeobachtung und Dokumentation
- Notieren Sie die Tonhöhe, Lautstärke und ob das Geräusch ein- oder beidseitig auftritt.
- Dokumentieren Sie mögliche Auslöser wie Stress, Kaffeekonsum oder Lärmexposition.
- Halten Sie fest, ob das Geräusch dauerhaft vorhanden ist oder kommt und geht.
- Schreiben Sie alle aktuell eingenommenen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel auf.
Fragen für das Gespräch mit Ihrem Arzt
- Tritt das Geräusch nur in einem Ohr oder in beiden auf und ist es dauerhaft?
- Ist das Geräusch pulssynchron (schlägt es im Takt Ihres Herzens)?
- Haben Sie gleichzeitig einen Hörverlust oder Schwindel bemerkt?
Häufig gestellte Fragen
Ein pulsatiler Tinnitus ist ein rhythmisches Ohrgeräusch, das synchron mit dem Puls schlägt. Dies kann auf Gefäßveränderungen oder Durchblutungsstörungen in der Nähe des Ohrs hinweisen und sollte zeitnah ärztlich untersucht werden.
Ja, Stress führt zu einer erhöhten Anspannung im Körper und verstärkt die Konzentration des Gehirns auf das Ohrgeräusch. Dadurch wird der Tinnitus oft als lauter und belastender wahrgenommen.