Appetitlosigkeit
Appetitlosigkeit (Inappetenz) bezeichnet das Ausbleiben des natürlichen Verlangens nach Nahrung. Sie kann vorübergehend im Rahmen von akuten Infekten auftreten oder chronischer Natur sein. Appetitlosigkeit ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das durch eine Vielzahl von körperlichen oder seelischen Faktoren ausgelöst werden kann.
Wie sich das Symptom äußert:
Man verspürt kein Hungergefühl, hat Widerwillen gegen Essen (manchmal gegen bestimmte Nahrungsmittel wie Fleisch) oder ist bereits nach sehr kleinen Portionen extrem satt.
Mögliche häufige Ursachen
Akuter Infekt (z. B. Erkältung oder Grippe)
Bei einer Infektion konzentriert der Körper seine Energie auf die Immunabwehr, wodurch der Appetit vorübergehend gedrosselt wird.
Tritt zusammen mit typischen Infektsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Husten oder Schnupfen auf und legt sich nach der Genesung.
Trinken Sie ausreichend. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie länger als eine Woche gar nichts essen können.
Stress oder psychische Belastung
Anhaltender Stress, Trauer oder depressive Verstimmungen beeinflussen das vegetative Nervensystem und mindern das Hungergefühl.
Der Appetit geht in Phasen hoher seelischer Anspannung verloren, oft begleitet von Schlafstörungen.
Achten Sie auf kleine, nährstoffreiche Snacks. Bei Verdacht auf eine Depression oder Essstörung sollten Sie professionelle Hilfe suchen.
Notfall-Warnsignale
Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, suchen Sie bitte sofort die nächste Notaufnahme auf oder rufen Sie den Rettungsdienst unter 112 an:
- Anhaltende Appetitlosigkeit mit ungewolltem, starkem Gewichtsverlust
- Appetitlosigkeit begleitet von Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht)
- Völlige Verweigerung der Flüssigkeitsaufnahme
- Appetitlosigkeit mit anhaltenden Bauchschmerzen und Erbrechen
Tipps zur Selbstbeobachtung und Dokumentation
- Dokumentieren Sie Ihr tägliches Körpergewicht.
- Schreiben Sie auf, wie viel Sie essen und trinken (Ernährungstagebuch).
- Notieren Sie Ihre Stimmungslage und Stressoren parallel zu Ihrem Appetit.
Fragen für das Gespräch mit Ihrem Arzt
- Seit wann besteht die Appetitlosigkeit und haben Sie Gewicht verloren?
- Leiden Sie unter Übelkeit, Bauchschmerzen oder Veränderungen beim Stuhlgang?
- Gibt es derzeit große seelische Belastungen in Ihrem Leben?
Häufig gestellte Fragen
Kleine, über den Tag verteilte Portionen sind oft leichter zu essen als drei große Mahlzeiten. Bitterstoffe (z. B. in Chicorée, Grapefruits oder Kräutertees wie Wermut und Schafgarbe) regen die Produktion von Verdauungssäften an und können das Hungergefühl fördern. Auch leichte Bewegung an der frischen Luft hilft.